Werde (heute noch) finanziell frei - TEIL 1

Finanziellfrei Juli 24, 2019

Finanzen, ein Thema das viele beschäftigt. Sollten sie jedoch nicht, denn über Geld sollte und muss man sich auch keinen Kopf machen wenn man nur ein wenig Ordnung in sein finanzielles Leben bringt.

Cute piggy bank
Photo by Fabian Blank / Unsplash

Aufräumen, saugen und wischen machen wir alle immer wieder, Apps aussortieren und Freunde ausmisten manchmal auch. Nur an deine Finanzen gehst du nicht, beziehungsweise nicht richtig.

Viele, vor allem junge Menschen denken, sie müssten ein Hochschulstudium haben und einen möglichst guten Job mit viel Cash. Glaub mir, mehr verdienen bedeutet nicht mehr Geld zu haben. Mehr verdienen bedeuten oft auch mehr steuern und wenn man nicht Ordnung geschafft hat, mehr Ausgaben, mehr Verbindlichkeiten. Das sollte jedoch nicht sein. Auch mit wenig Geld bzw. Einkommen kann man finanziell frei werden und Spaß am Leben haben, ohne sich zu Langeweile zu "sparen".

Dazu werde ich in der kommenden Zeit mehrere Blogeinträge veröffentlichen, mit Anleitungen und Tips wie ich es selbst mache.
Heute fangen wir auch schon an, mit der finanziellen Ist-Analyse.


Schritt 1 - Ist-Analyse

Wie sieht meine finanzielle Situation derzeit konkret aus?

Das sollte die erste Frage sein welche du dir stellen musst. Und hier reicht nicht "Gut" oder "geht so". Konkreter! Wir wenden bei allen Fragestellungen immer ein SMART-Schema an. Das kommt ursprünglich aus dem Marketing aber ich finde, man kann es in so vielen Dingen super nutzen!

S - Spezifiziert
M - Messbar
A - Akzeptiert
R - Realistisch
T - Terminierbar

Also schauen wir uns die Frage unter der Smart-Methode noch mal an.
1. Kann die Frage spezifiziert werden?
- Nun ich finde sie ist schon spezifisch - wir fragen ja konkret nach der finanziellen Situation.
2. Ist das Ergebnis der Frage Messbar?
- Ja, du kannst beispielweise mal dein Einkommen und deine Ausgaben gegenüberstellen (dazu kommen wir später).
3. Ist die Antwort akzeptierbar?
- Ja, solange du Messwerte vorlegen kannst sollte das ausreichen.
4. Ist die Antwort wirklich realistisch?
- Solange du dich nicht selbst belügst sollte das hier reichen.
5. Kannst du die Antwort "terminieren"?
- Dieser Punkt des SMART-Schema passt hier nicht komplett aber man könnte ja sagen, das deine finanzielle Situation bis JETZT genau so ist wie du sie offenlegst.

Die Gegenüberstellung

Stelle deine Kosten gegenüber. Das kannst du ganz einfach machen. Nutze dazu einfach mein Beispiel.

Nun hast du also deine Aufstellung. Wichtig; Nutze wirklich alle Fixkosten! Auch jährliche oder quartalszahlungen sollen hier mit rein. Rechne diese einfach auf einen Monatsbeitrag um! (Beispiel 75€ Haftpflichtversicherung pro Jahr : 75/12=6,25 pro Monat).

Dein Ziel sollte nun sein, das deine Einnahmen höher als deine Ausgaben sind.
Wenn dies nicht der Fall ist dann musst du dringend Verträge kündigen / wechseln, umziehen oder dein Auto aufgeben. Je nachdem was in deiner Situation am Besten passt. Bevor du jedoch nicht mehr verdienst als du ausgibst, brauchst du nicht weiter zu lesen. Du kannst natürlich auch versuchen mehr zu verdienen, in dem du dir einen Nebenjob suchst oder durch eine Fortbildung etc. eine Gehaltserhöhung ermöglichst.


Schritt 2 - Wie du mit deinem Geld von heute an umgehst

Die Budgetierung

Viele Finanzcouches nehmen diesen Schritt erst später in Angriff, ich persönlich jedoch finde ihn sehr wichtig weshalb er jetzt schon kommt.
Du musst Budgets aufstellen und einhalten! Als Beispiel;
20 € pro Woche für Lebensmittel.
20 € pro Woche für Unterhaltung / Kino
usw.
Hier solltest du wieder das SMART-System nutzen und sehr realistisch vorgehen. Dein Ziel hierbei; ermögliche dir ein angenehmes, bodenständiges Leben aber trotzdem noch mehr Einnahmen wie Ausgaben.

Das Mehrkontensystem

Deine Bank bietet dir die Möglichkeit, mehrere Unterkonten zu deinem Hauptkonto zu führen. Das wusstest du nicht? Jetzt weißt du es. Sollte deine Bank einen solchen Service nicht anbieten, dann wird es Zeit für einen Wechsel. (Meistens heißen solche Unterkonten Tagesgeldkonto, Extra-Konto (ING), oder "Space" (N26)). Meine persönliche Bankempfehlung (für 0815-Banknutzer) ist die ING-Diba, DKB oder comdirect, sollte deine finanzielle Situation eines Tages komplexer werden (mehrere Immobilien, Aktiengeschäfte o.ä. kannst du immer noch zu einer Fillialbank wechseln beispielweise zur Volksbank oder Sparkasse) um den persönlichen Kontakt zu erhalten, was bei aufwendigeren Geldgeschäften ja oft von Vorteil sein kann.

Girl holding American Dollar Bills
Photo by Alexander Mils / Unsplash

Nun richtest du dir folgende Unterkonten ein:

  1. Einen Notfallfonds
  2. Ein Spasskonto
  3. Ein Depotreferenzkonto

Meistens kann man diesen Konten auch Namen vergeben, was das ganze dann deutlich erleichtert.

Jetzt hast du also ein Girokonto (dein Hauptkonto) und 3 weitere Konten.

Jetzt wird es interessant; die Aufteilung des Geldes.
Zunächst - und wirklich zunächst, bevor du "irgendwas mit Aktien" oder Ansparen machst, baust du den Notfallfonds auf. Dieser ist meines Erachtens der wichtigste Punkt für die finanzielle Freiheit da du dadurch unabhängig wirst. Was ist ein Notfallfonds? Ich stelle hierzu gerne einen Gegenfrage. Angenommen morgen bist du Arbeitslos - wie viel Geld hast du um erstmal über die Runden zu kommen? Nix Amt! Dein Geld, wie viel ist da? Genau dafür ist der Notfallfonds! Oder; die Waschmaschine geht kaputt, und in dreckigen Klamotten rumlaufen bessert deine finanzielle Situation und dein restliches Leben auch nicht. Kannst du dir denn eben mal eine neue kaufen ohne dafür einen Kredit zu ziehen? Nein? Dann hast du ein Problem!
Der Notfallfonds sollte mindestens aus 3-6 Netto Monatsgehältern bestehen. Das bedeutet; erstmal ein paar Monate sparsam leben und diesen Fonds aufbauen. Es ist aber ungemein wichtig! Glaub mir, wenn du das nicht als erstes machst, hilft dir der Rest des Blogs nicht weiter und auch nahezu jeder andere "Finanzguru" wird dir genau das selbe erzählen. Später kann man diesen Fonds noch weiter aufstocken aber 3-6 Monate ist das Minimum.

Sobald der Notfallfonds aufgebaut ist, geht es an die wirkliche Geldverteilung. Dafür legst du einen Betrag auf dein Spasskonto, und einen anderen Betrag auf das Depotreferenzkonto.


Wie bezahlst du nun was? Wie genau verteilst du?


Als Grundlage nehme ich gerne 10%-20% meines Nettogehaltes und lege es auf das Spasskonto. Das Spasskonto darfst du direkt in einem Monat aufbrauchen, für Spaß & Konsum. Mehr aber nicht. Sparst du auf diesem Unterkonto mehr an, kannst du davon auch einen Urlaub bezahlen etc.
Vom Hauptkonto verrechnest du nur noch deine monatlichen Ausgaben und Rechnungen.
10%-15% deines Nettogehaltes gehen auf das Depotverrechnungskonto. Von diesem Konto bezahlen wir später ETF-Sparpläne und Aktieninvestments. Auf dieses Konto werden davon dann auch Gewinne gezahlt. Aber das ist Musik eines anderen Blogbeitrages.

Stock market direction
Photo by AbsolutVision / Unsplash

Bei einem Monatsgehalt (Netto) von 1650€ sieht das in etwa so aus:
330€ -> Spasskonto
198€ -> Depotreferenz (knapp 200€ potenzielle Sparquote pro Monat! Das ergibt mit 7 % Ertrag laut Börsendurchschnitt und einer guten Anlagestrategie nach 30 Jahren fast 300.000,00 Euro! Ein netter Sparbetrag meiner Meinung nach. Aber Sparen und Investieren besprechen wir wie erwähnt später.
Bleiben also noch knapp 1000 über für deine laufenden Kosten sowie Lebenserhaltung. Was reichen sollte. Ansonsten kannst du die prozente ja leicht anpassen, ich hatte beim Spasskonto als Beispiel 20% gewählt und für das Depot 12%.

Das sollte dein erster Schritt sein. Fragen? Dann schreib mir auf meinen socialmedia-Profilen oder eine Email!

Tim Büning

Aus dem wunderschönen Ruhrgebiet schreibe ich über Finanzen, Gesellschaft und Kultur.