Ich beziehe mich hier auf einen Artikel der Süddeutschen Zeitung, in dem erläutert wird wie der Berliner Senat plane die Grundsteuer durch ein Gesetz nicht mehr auf Mieter mittels Nebenkosten umlegen zu lassen. Dies solle die Mietpreise senken und mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen.

Da frage ich mich allen ernstes, ob jemand der werten Politiker (Grüne & SPD hier) und Senatsmitarbeiter jemals einen Privatvermieter kannte oder kennt.

Immobiliengesellschaften treiben die Preise von Wohnungen immer weiter in die Höhe um immer höhere Gewinne einzufahren. Der Privatvermieter bleibt jedoch oft liegen! Wenn ich als Privatperson ein oder zwei Häuser mit 5 - 10 Einheiten vermiete, dann generiere ich dadurch längst nicht so viel Umsatz wie eine Wohngesellschaft mit >1000 Einheiten. Wenn ich die Grundsteuer hier bei mir nicht mehr auf meine Mieter umlegen könne - so würde ich jeden Monat einen negativen Cashflow erhalten. Bedeutet: Ich muss die Kaltmiete erhöhen oder die Immobilie verkaufen bzw. verrotten lassen. Wie dumm kann man eigentlich sein?
Klar es gibt sicherlich Privatvermieter welche auch ordentlich "Cash" durch ihre Immobilien erhalten, aber eben auch deutlich mehr die "gerade so" schwarze Zahlen schreiben mit einer Immobilie welche einen Großteil der Bevölkerung mit Wohnraum versorgen.
Mann sollte allgemein die Belastung senken, eben auch die Grundsteuer, und könne so zu günstigerem Wohnraum verhelfen.
Weshalb soll ich denn als Immobilienbesitzer mich immer weiter verschulden, damit andere günstig wohnen können? Hier ist das Prinzip des "Sozialstaats" verdacht - denn sozial soll der Staat handeln! Er soll jedoch nicht andere Privatpersonen dazu verpflichten Wohlfahrt spielen zu müssen.

Man solle gerade in Ballungsräumen eine Kaltmietgrenze einführen, dann aber eben auch daran denken das Vermieter auch weniger Kosten tragen sollten, sprich die Grundbelastung muss auch gesenkt werden! Ich kann nicht zum wohle anderer leiden. So wird man auf Dauer entweder einen noch härteren Kampf zwischen Immobilienbesitzern und Mietern provuzieren oder Immobilieninvestoren gänzlich verlieren. Wer will denn dann noch neubauen, Kredite auf sich nehmen um Wohnraum zu schaffen? Natürlich soll so eine Immobilie auch Gewinn einfahren - aber oftmals eben erst viele Jahre nach dem man sich teils hoch verschuldet hatte. Das sind einfach gerechte Zinsen, wie ich finde. Zunächst sollte man sich daher vor allem auf gewerkliche, unternehmerische Vermieter stürzen. Wohnbaugesellschaften und ähnliche sind nämlich das eigentlich Problem. Diese sind eben Gewinnorientiert und müssen teilweise zahlreiche Personalkosten tragen und werden oft von sehr gut bezahlten Managern "geleitet", wie eben so oft.

Der einfache Privatvermieter darf jedoch darunter nicht leiden. Das ist kontraproduktiv - und ich mach eines mal ganz deutlich; sollte es bei mir dazu kommen, das ich Grundsteuern oder ähnliches nicht mehr auf meine Mieter umlegen könnte, so würde ich jeden Mietvertrag fristgerecht kündigen. Dann würde ich jede Wohneinheit neu vermieten mit angepasster Kaltmiete um eben diesen Verlust auszugleichen. Was bitte hat der Staat dabei dann gewonnen? Nichts.