Werde (heute noch) finanziell frei - TEIL 2

Finanziellfrei Juli 29, 2019

Es geht in die nächste Runde! Nach dem erfolgreichen ersten Teil mit über zweihundert einzigartigen Besuchern (holy, ich kann es selbst überhaupt nicht glauben - danke!) folgt nun der zweite Teil dieses Leitfaden zur finanziellen Freiheit.


Altlasten, Kreditkarten und Dispo

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Photo by Ales Nesetril / Unsplash

Alles wird, bzw. kann heute mit Kreditkarte bezahlt werden. Kredite sind jedoch immer etwas schlechtes. - Naja fast immer, Hypothekenkredite und Kredite im Unternehmen machen durchaus Sinn, aber als Privatperson - Nein! Denn so wirst du nie finanziell frei. Selbst wenn du Kredite immer abzahlst und abzahlen kannst - der Zinseszins arbeitet gegen dich, wir wollen jedoch das er für uns arbeitet!

Also musst du alle Kredite loswerden, inklusive Dispokredit! Auch Kreditkarten welche nach dem "Sammeln und Zahlen - collect'n'pay"-prinzip funktionieren, müssen weg! Schneid sie durch!

Debit-Kreditkarten bilden hierbei eine Ausnahme (VISA der ING beispielweise) da diese den Betrag sofort vom Giro abbuchen.
Trotzdem gilt; vermeide Schulden anzuhäufen in Form von Kreditkarten, welche einmal im Monat oder so abbuchen.

Dann geh deine weiteren / anderen Schulden an. Beende Dispokredite, zahl andere Kredite ab. Hier gibt es zwei Methoden: Erst die höchsten Kredite schnell abbezahlen (sparen & sondertilgen) oder die mit den höchsten Zinsen. Wie du es auch machst - zahl die Kredite ab! Werde Schuldenfrei. Sonst musst du über Geld, das für dich arbeitet gar nicht erst nachdenken.

Kommen wir nun zu den "guten Krediten" - meiner Meinung nach;

  1. sind Kredite die ein finanizielles Projekt decken oder ermöglichen ok. Bedeutet jedoch, das hiermit als Beispiel ein Hypothekendarlehn genommen wird um eine Immobilie zu kaufen welche später durch Mieteinnahmen sich selbst trägt & den Kredit abbezahlen kann.
  2. sind Kredite die in deine Bildung investieren auch tragbar. Also Kredite die du für eine Ausbildung oder eine Fortbildung / Studium auf dich nimmst. Hier gilt jedoch; bezahl diese so schnell wie möglich ab (Sondertilgung)! Es gibt spezielle Bildungskredite welche kurze Laufzeiten und 0% Zinsen haben und dir eben beispielweise den Meistertitel ermöglichen.

Alle anderen Kredite sind - im privaten Bereich - SCHROTT.

Wenn du unbedingt einen Kredit brauchst, weil du so gerne dieses und jenes haben willst, dann machst du etwas falsch und denkst nicht Profitorientiert.
In den USA hat durchschnittlich jeder Einwohner 8 Kreditkarten und knapp 8.000,00 € Schulden. Wenn man nun bedenkt das dort aber auch seeeehr reiche Menschen wohnen, dann merkt man, das ein Großteil der Bevölkerung dort wohl auch seeeeeeeeeeeeeeeehr stark verschuldet sein muss, damit der Durchschnitt soweit in die roten Zahlen gelenkt wird.

Es ist also Wichtig deine Kredite zu begleichen und keine Schulden mehr anzuhäufen, wenn du finanziell frei werden willst.
Und da stimmen mir einige andere auch zu.

Profitorientiertes Denken

Du solltest nun folgendes tun;

Ein Fehler den viele "arme" Menschen machen ist sich Preise "kleinzureden".
9,99 € sind eben 9€. Nein! Sie sind 10. Klingt logisch, geschieht unterbewusst jedoch oft (auch mir) genau falsch! Wir Menschen sehen 9,99 € "uh ein Schnäppchen" nur weil da eine 9 steht, und keine 10.

Hör auf damit! Erwisch dich bei solchen Sachen, speziell wenn du mehrere Dinge in deinen Warenkorb legst wird so schnell eine Mehrmenge produziert welche du im Kopf nicht realisierst.
Runde also im Kopf IMMER auf!

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Photo by Artem Beliaikin / Unsplash

Außerdem denke folgendermaßen: 100€ um heute abend in die Disko zu gehen und zu saufen sind 100 €.
Bei cleverer Anlagestrategie sind das in einigen Jahren jedoch schnell mal 700 oder 800, gar 1000€.

Auch mal Nein sagen und das Geld woanders investieren.

Bevor du also Sachen bezahlst, die eigentlich "unnötig" sind - überlege dir, ob dieser Betrag nicht eventuell woanders besser angelegt wäre.
Versteh mich nicht falsch - ich will nicht sagen das du nicht mehr feiern darfst. Natürlich darfst und sollst du feiern. Aber muss es denn "jede Woche" sein?
Oder vielleicht hast du auch andere Löcher, wo schnell hunderte Euros reinwandern die eventuell woander besser angelegt wären. Schuhe eventuell?

Gehaltserhöhungen - Verbesserungen der Einkommensverhältnisse

Sind ein echter Grund zu Freude!
Wirklich jetzt, mehr Geld zu verdienen ist immer gut. Aber! Mehr Geld zu verdienen bedeutet nicht - beziehungsweise es sollte bedeuten - nicht mehr Geld ausgeben zu können!
Ein bisschen eventuell ja - klar kannst und sollst du dir für deine harte Arbeit auch etwas gönnen. Aber wende auf dein neues Einkommen weiterhin die "Prozentmethode" (aus Teil 1) an. Dadurch erhöht sich auch dein Spasskonto-Anteil und du kannst dir mehr gönnen, aber eben auch dein Depotreferenzanteil / Sparanteil. Und genau das nutzen wir aus!

Denn mit der Gehaltserhöhung von 10% bei 1650€ Netto ergibt das 1.815,00€. Geil! Das sollte schon alle Paar Jahre drin sein. Geh also auch regelmäßig (alle 2-4 Jahre) zu deinem Arbeitgeber und verhandel über dein Gehalt / deinen Lohn. Du bist es dir Wert! Bleib dabei jedoch bescheiden, denn mehr Gehalt ist in meinen Augen auch mehr Ansparen, ergo mehr Vermögen in einigen Jahren.  Der Zinseszinseffekt kommt dadurch auch schneller zum Vorschein.

Der Zinseszins

Das ist etwas, das die meisten gehört haben aber nicht richtig verstehen.

Es kommt nicht darauf an wie viel Geld du anlegst, sondern wie früh du beginnst.

Schon 25€ pro Monat reichen aus. Die Frage ist nur - jetzt oder in ein paar Jahren anfangen? Schließlich bist du Jung und willst dein Leben doch voll genießen.
Lena und Marvin haben Geld angelegt. Lena jeden Monat 25€, Marvin sogar 50€. Aber Marvin hat erst 10 Jahre nach Lena angefangen. Wer mit 45 Jahren wohl mehr haben?
Natürlich Lena! Auch wenn Marvin das doppelte angelegt hat, Lena hat einen Zeitvorteil welcher dank dem Zinseszins nicht mehr von Marvin aufgeholt werden kann.
Es gilt also; Leg dein Geld so schnell wie möglich an, damit du in den Genuss vom Zinseszins kommst.

Da der Zinseszinseffekt das menschliche Vorstellungsvermögen übersteigt, versuchen sich viele an Erklärungen, jedoch kaum jemand schafft es deutlich zu machen wie gravierend der Zinseszins ist.
Er wird auch Joseph-Cent (oder Pfennig) genannt, denn es gibt ein einfaches Beispiel: Jesus Vater Joseph legt im Jahr 0 genau einen Cent an. Er bekommt dafür genau 5 % Zinsen. Wie viel ist wohl nach 300 Jahren zusammen gekommen?
20.000,00 Euro.
Und nach 500 Jahren?  393 Millionen Euro.

Aus einem Cent und den Zinseszinsen. Unglaublich, ist rechnerisch (gerundet) jedoch wahr.
Außer er ließe sich seine Zinsen jährlich auszahlen. Dann wären nach 2000 Jahren gerade mal 1 Euro aus einem Cent geworden. Sei also NIE scharf daraus, Zinsen auszuzahlen.

Two directions sign
Photo by Pablo García Saldaña / Unsplash

Nun stellen wir uns aber mal das Gegenteil vor. Du hast einen Kredit mit 10.000€ gezogen. Darauf zahlst du (durchschnittlich) 5-12% Zinsen. Dazu kommt eine Inflation von knapp 2% jedes Jahr was viele nicht wirklich bedenken. Und dann kommt auch hier der Zinseszins ins Spiel. Bei einer Laufzeit von nur 5 Jahren als Beispiel zwar nur gering aber immerhin.

Und kommen wir zurück auf jung & genießen. Glaube mir, ich genieße mein Leben. Voll und ganz. Und lege trotzdem an. Oder vielleicht gerade deshalb genieße ich mein Leben. Weil ich weder zu kurz treten muss noch Verzicht erfahre. Und glaube mir, das kannst du auch schaffen wenn du dir jetzt einmal die Arbeit machst und deine Finanzen regelst, für deine Zukunft.

In der nächsten Folge geht es um die Eröffnung deines Depots damit das Anlegen losgehen kann! Spoiler vorab; Ich werde dir nicht sagen, auf welche Positionen du setzen sollst um reich zu werden. Aber du wirst trotzdem nach dem Beitrag wissen, was zu tun ist damit du sorgenfrei ein Vermögen aufbauen kannst.

Tim Büning

Aus dem wunderschönen Ruhrgebiet schreibe ich über Finanzen, Gesellschaft und Kultur.