Nach dem ersten und zweiten Teil kommt heute der dritte Teil zur finanziellen Freiheit.

Heute geht es vorallem um Vermögensentwicklung und die dazu nötigen Schritte, also der Erstellung eines Depots und in "was" wir investieren wollen.

Vorab; Ich bin kein Finanzmakler und ich bekomme keinen einzigen Cent, von niemanden, für alles was ich hier schreibe. Genauso wenig werde ich jemandem von euch erzählen, welche Wertpapiere ihr Kaufen oder Verkaufen solltet. Dies ist lediglich eine Erklärung darüber, wie die Grundlagen sind und was meiner Meinung nach eine möglichst sichere jedoch auch rentable Anlagestrategie ist.

“Saints don’t live on Park Avenue.”
Photo by M. B. M. / Unsplash

Die Eröffnung eines Depots

Dazu gibt es auf vielen Seiten eine ganze Menge Meinungen und auch wenn die einschlägige Meinung "so wenig Gebühren wie möglich" richtig ist, gilt hierbei eigentlich; nimm den Anbieter dem du vertrauen kannst.  
Wenn ich jedoch jemandem eine Empfehlung aussprechen müsste dann wäre da comdirect & ING ganz oben - die Gebühren und andere Faktoren tragen dazu bei.

Grundsätzlich musst du darauf achten, das viele Gebühren auf deine Geschäfte kommen können. Kaufst du also beispielweise eine Aktie, dann will die Bank dafür gegebenfalls eine Gebühr sehen, eine sogenannte Orderprovision. Zudem kommen auch eventuell noch Ausgabeaufschläge auf dich zu, und natürlich können Depots auch jährliche Kosten enthalten.
comdirect ist beispielweise ein sehr bekannter und beliebter Anbieter, weil hier kaum Gebühren entstehen.

Meist geht mit der Eröffnung eines Depots jedoch auch ein Girokonto ein, und du solltest dir, wie in der Mehrkontenmethode bereits erklärt ja auch ein Depotreferenzkonto eingerichtet haben - also ein Tagesgeldkonto von welchem aus wir die Transaktionen für die Depotbewegungen durchführen wollen.

Der erste Kauf

Richtig in Aktien investieren tut man sowieso nicht mit Einzelaktien, also dem Kauf von einzelnen Aktien sondern man nimmt i.d.R. gleich 500 oder besser noch 1000 Euro und steckt diese in Aktien WENN man denn deren Verlust vertragen kann. Also Füße still halten, erst mal Wertpapiersparen, beispielweise in ETF's.

Numbers
Photo by Tyler Easton / Unsplash

ETF - Sparplan und Fonds

Hier kommen wir nun also zur langfristigen Anlagestrategie. Hierbei geht es nicht darum, nach zwei Jahren reich zu werden - sondern mehr um den nach Jahrzenten einsetzenden Zinseszinseffekt, welchen wir schon beim Rauchen besprochen hatten.

Meist kann man Sparpläne direkt in der Onlineverwaltung deines Depots finden und anlegen. Dabei nimmst du einen ETF (oder klassischen Fonds, später mehr dazu) und gibst dann eine Sparrate an welche monatlich automatisch in diesen Fonds investiert wird. Zum Beispiel nehmen wir den MSCI World Index (ein ETF welcher in die stärksten Unternehmen an der Börse abbildet) und legen dort monatlich 50 Euro an. Dazu kann man noch eine sogennante "Dynamik" eingeben. Hier stellen wir einen Wert von 2,00 % ein. Das bedeutet, nach jedem vollem Jahr wird der monatliche Betrag um 2 % erhöht. Weshalb, fragen jetzt manche wahrscheinlich. Dabei geht es um die Inflation, also die Tatsache das unser Geld jedes Jahr etwa 2,0% weniger Wert wird. Um diesen "Verlust" auszugleichen, erhöhen wir quasi jedes Jahr.

Dann kann man noch ein Konto angeben von welchem der Betrag eingezogen werden soll und manchmal kann man noch entscheiden, wann das ganze geschehen soll. Also am Monatsbeginn, der Mitte oder am Ende. Ich sage immer; dann - wenn du dein Gehalt gezahlt bekommst. Denn dann ist das Geld direkt abgezogen oder man kann es nicht "aus Versehen" ausgegeben haben.

Die einzelnen Produkte

Etf, Fonds, Hebelprodukt, Aktien usw. was ist das alles eigentlich?

ACHTUNG: Bitte verstehe meine Beispiele nicht als Empfehlungen! Ich bin unter Umständen mit einigen Positionen investiert, in welche ich nicht mehr investieren würde oder nicht mehr unter aktuellen Umständen. Überlege dir immer selbst, worin du investieren möchtest!

ETF's

Ein börsengehandelter Fonds[1][2] (englischexchange-traded fund, ETF) ist ein Investmentfonds, der an einer Börse gehandelt wird. Er wird im Normalfall nicht über die emittierende Investmentgesellschaft, sondern über die Börse am Sekundärmarkt erworben und veräußert.[3]:2Die meisten börsengehandelten Fonds sind passiv verwalteteIndexfonds.
wikipedia

Fonds

Ein Investmentfonds ist ein Fonds zur Geld- und Kapitalanlage. Bei Investitionen in einen Investmentfonds profitiert jeder einzelne Anleger von den Vorteilen des Handelns als Gruppe. Die Vorteile umfassen unter anderem:
-die Möglichkeit, einen Investmentmanager anzustellen, der unter Umständen bessere Renditen erzielt und bedarfsgerechtes Risikomanagement erbringen
-den Vorteil des Skaleneffekts zu nutzen, z. B. für niedrigere Transaktionskosten
-die Diversifikation auf z. B. verschiedene Anlageklassen
wikipedia

Die klassische Aktie

Die Aktie (englischshare) ist ein Wertpapier, das den Anteil an einer Aktiengesellschaft oder einer Kommanditgesellschaft auf Aktienverbrieft.
wikipedia

Produkte, welche ich jetzt nicht angesprochen habe, haben in dem Portfolio eines Anfängers absolut nichts zu suchen und erfahrene Anleger kennen diese sicherlich selbst. Für das reine Interesse hinterlege ich hier Link zum Hebelprodukt, Zertifikat und zur Anleihe.

In was du investieren solltest

Musst du natürlich letztlich selbst entscheiden, aber ich gebe dir einen Rat;

Du solltest nicht zu hoch einsteigen. 50-100 Euro im Monat welche in einen Sparplan für einen maximal zwei ETF's oder Fonds fließen sollten zunächst reichen. Hier sei erwähnt; Diversifiziere! Sprich; nimm sehr breit gefächerte ETF's oder Fonds, welche weltweit alle möglichen Unternehmen die gerade gut laufen beinhalten. Beispielweise einen MSCI World. Wähle einen der MSCI World ETF's aus, je nach Kosten und stand und dann investiere langfristig (long-only) in diesen, also mindestens 20 Jahre jeden Monat 50 Euro. Der MSCI World ist ein ETF von in diesem Fall MSCI, gibt es aber auch von anderen Anbietern und bildet einen Index der Weltweit besten und stärksten Unternehmen nach. Du investierst dann also beispielweise (Stand August 2019) in Microsoft, Apple, Amazon, Facebook aber auch eventuell in Unternehmen welche einen eher schlechten Ruf haben wie Nestle. Das sollte dir aus finanzieller Sicht jedoch vorerst egal sein. Einen Öko-ETF kannst du später noch immer kaufen.

Solltest du dann immer noch 50 - 150 Euronen zum Investieren über haben, lese dich in verschiedene weitere ETF's, Aktien oder Fonds ein. Suche dir eine Strategie mit der du leben kannst und denke immer an; diversifiziere. Je mehr du streust desto weniger "Minus" kommt zu gelten. Sinkt eine Aktie in deinem Fonds aber drei andere performen gerade gut, merkst du das nicht. Verstanden? ;)

Zusammenfassung

Fonds und / oder ETF's über einen Sparplan mit 50-200 Euro im Monat einrichten und automatisiert kaufen.
Für Aktien immer einen größeren Betrag zusammensparen und dann diesen in Aktien einsetzen, also 500€ oder mehr. Dabei auch diversifizieren, also nicht immer nur von einer Aktie kaufen sondern auch mal ein paar andere haben.

In der nächsten Ausgabe geht es um Peer2Peer-Kredite, also den klassischen Privatkredit. Als Investoren wollen wir natürlich immer auf der Seite der Gläubiger stehen und unser Geld gewinnbringend verleihen, statt Kredite als Schuldner auf uns zu nehmen. Spoiler: P2P-Kredite sind ebenfalls fortgeschrittene Produkte und sollten ebenfalls erst getätigt werden, wenn du alle andere Punkte hier bereits erfolgreich umgesetzt hast.